Die beste Architektur des Jahres 1989

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Wenn ein Architekt den Perret-Preis bekommt, ist es so, als ob er einen Oscar bekommen hätte. Es handelt sich um einen Höhepunkt, der ein zweites Mal nur schwer zu erreichen ist. Karel Hubáček ist zum Glück kein Autor nur eines Werks. Der Sendeturm von Liberec und das Hotel auf dem Berg Ještěd ist zwar ein Chef-d’œuvre, sein Autor hat jedoch auch weitere innovative und preisgekrönte Werke geschaffen. Eines von ihnen, das im Jahre 1989 mit dem Hauptpreis auf der Weltbiennale Interarch in Sofia gekrönt wurde, ist das Kulturhaus von Teplice.

Hubáček war in der schweren sog. Normalisierung nicht nach dem Geschmack des Regimes. An der Projektierung dieses ehrgeizigen Bauwerks durfte er sich also offiziell nicht beteiligen. An dem Ausbau in den Jahren 1977 bis 1986 nahm er nur als Aufsichtsperson teil. Aber trotzdem können wir seine Handschrift lesen: sparsamer Ausdruck, Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern, vollkommene Unterordnung der Funktionalität (in diesem Fall einer abgestimmten Akustik des Konzertsaals).

Hubačeks Atelier SIAL hinterließ in der Kurstadt eine tiefere Spur, als nur eine Konzerthalle und ein Kino. Neben der Siedlung Šanov II, wo auch nach Jahrzehnten das durchdachte urbanistische Konzept zu erkennen ist, haben Ingenieure von Liberec den Raum des ehemaligen jüdischen Ghettos, heute der Mírové náměstí, entworfen. Ein Teil der Gebäude fiel dem Einkaufzentrum Fontána zum Opfer.

In der Stadt Teplice, in der es wenig moderne Architektur gibt, bildet das Kulturhaus ein besonderes Monument dafür, dass man auch mit modernen Mitteln und auf moderne Weise hochwertig, innovativ und ästhetisch bauen kann. Aber erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass in Teplice aus der guten Architektur nichts selbstverständlich entstanden ist, sondern als Ergebnis eines architektonischen Wettbewerbs. Allein die Tatsache, dass in der Stadt schon lange kein solcher Wettbewerb mehr ausgerufen wurde, ist bedauerlich.

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