Die beliebteste Band Tschechiens

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Die Teplicer Band Kabát spielt auch nach 26 Jahren noch vor ausverkauften Stadien.

 

Keine andere Band bekam in der Volksabstimmung neunmal den Preis Český slavík (Die Tschechische Nachtigall). Die Band Kabát, die gegen Ende des verfallenden Sozialismus entstand, widerspiegelt in den Texten von Milan Špalek den Geist der Nachwende-Ära. Allein die Allegorien des Mafiakapitalismus der früheren Neunziger Jahre (Colorado), der Text über die Arbeit in einem Schacht (Dole v dole / Unten in der Grube), oder über Politik- und Businesskraken (Banditi di Praga) – mit ihnen beschrieben sie in Kürze, worüber der Großteil des Volks beim Bier redete.

Nicht nur die Themen, sondern auch die Rockrauheit ergibt sich aus dem, mit die fünf Bandmitglieder aufgewachsen sind, nämlich mit der Realität in Teplice während der späten sog. Normalisierung. Teplice wurde damals durch seine Punk-, Metal- und Hardrock-Szene bekannt (selbstverständlich inoffiziell). Das Vergeblichkeitsgefühl im einst berühmten Kurort, wo jedoch der immer häufigere Smog die ganze Kindheit und das Wachstum der Kabát-Mitglieder einhüllte, hat in den Jungen tiefe Spuren hinterlassen. Unterm Taktstock der energetischen Planer haben Pyrotechniker ganze Stadtviertel oder auch ganze Städte in der Umgebung in die Luft gesprengt. Kein Wunder also, dass ein Bedarf an einem gewissen Ablassventil entstanden ist. Ein solches Ventil stellten auch Lieder dar, die anfangs vor allem auf Vulgaritäten basierten.

Diese Texte, die im ganzen Land bekannt sind, erklingen immer noch aus allen Radiostationen. Die Band verkaufte etwa eineinviertel Millionen Platten, seit dem Jahr 2003 gewinnt sie regelmäßig Hörerumfragen, wie z. B. Český slavík, und im Jahre 2014 kamen zu ihrem Konzert auf dem Gelände Vypich in Prag 74 000 Fans.

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